ASTRID SCHRÖDER


Astrid Schröder bezeichnet ihre Arbeiten als „farbige Zeichnungen“, die in ihrer Beziehung zwischen Linie und Bewegung der klassischen Definition einer Zeichnung sehr nahe stehen, die aber auch aufgrund ihrer Erscheinungsweise bildhaften Charakter für sich in Anspruch nehmen können. 

Nähert man sich diesen farbigen Zeichnungen, so kristallisiert sich zunehmend das Verfahren oder die Vorgehensweise der Künstlerin heraus, mit der sie die genannte Ambivalenz von Zeichnung und Bild bewirkt. 

Nachdem der textile Bildträger seine Grundfarbe erhalten hat (oft ist ihre monochrome Erscheinung das Resultat mehrerer, sich überlagernder Farbschichten!), beginnt der eigentliche Malprozess mit dem Pinsel und einer Schiene als Hilfsmittel, die das Zeichnen der Lineatur auf der Grundfläche erst ermöglicht.
Mit dem Pinsel werden die Linien von Oben nach unten gezogen. Durch das Absetzen und erneute Ansetzen des Pinsels, um ihn mit Farbe zu tränken und um den Malprozess wieder fortzuführen, bilden sich modulare Ordnungen mit feinsten Abstufungen der Farbtöne, die an Bewegungsabläufe in der Natur erinnern, beispielsweise an Kornfelder im Sog eines Windes, oder die auch die Assoziation an das Erlebnis eines Musik-Akkordes aufkommen lassen, der völlig verschieden ist von der Summe der Erlebnisse der Teiltöne.
Astrid Schröder erreicht eine innerbildliche Rhythmik in ihren Arbeiten, die in ihrer reduzierten Gestaltqualität außergewöhnlich eindrucksvoll und aufgrund ihres künstlerischen Ansatzes originär ist. 

Eine weitere intendierte Ambivalenz stellt sich ein: der Objektivierung in Form der Felderanordnung steht die Subjektivierung des Farbausdrucks und des zeichnenden, „handschriftlichen“ Pinsels gegenüber.
Ähnlich asiatischen Kalligraphiezeichnungen versteht die Künstlerin ihre gezeichneten Farblinien als Energieträger, aber auch als gestischen Ausdruck ihrer persönlichen Möglichkeiten.1 

 


1 : 2 : 020
70 x 70 cm
Acryl auf Leinwand, 2020
Estimated Value 1500€
Starting Bid 750€


2 : 4 : 019
50 x 50 cm
Acryl auf Leinwand, 2019
Estimated Value 800€
Starting Bid 400€


Biografie

Astrid Schröder wurde 1962 in Wilhelmshaven geboren und lebt in Regensburg

Die Künstlerin studierte von 1991 bis 1997 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Jürgen Reipka, dessen Meisterschülerin sie war. 1999 erhielt sie das Diplom. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. das Salzburg – Stipendium über die Akademie der Bildenden Künste München, den Debütantenpreis der Bayerischen Staatsregierung, den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, Artist in Residence – Stipendien des Oberpfälzer Künstlerhauses u.a. für das Virginia Center for the Creative Arts, USA.

Das Wandgemälde „45000“, (2,30 x 8,60 m) in verschiedenen Gelbtönen, ist auf einer konkav gewölbten freistehend gemauerten Wand, die als integrativer Bestandteil im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Regensburg, als Raumteiler genutzt wird, über mehrere Monate intensiver Arbeitszeit vor Ort entstanden.

Eine weitere Gelegenheit zur Umsetzung ihres Entwurfs erhielt Astrid Schröder, als sie den ersten Preis im Kunst- am Bau Wettbewerb für „Energiefeld“, bekam. Auch hier schuf sie im neuen Hörsaalgebäude der Technischen Hochschule Deggendorf über mehrere Wochen hinweg, ein Wandgemälde vor Ort (2,50 x 7,00 m), in verschiedenen Blautönen.

Ihre regionalen und überregionalen Ausstellungen seit 1989 befanden sich u.a., in der Städtischen Galerie im „Leeren Beutel“, Regensburg – 2001 „Zeichnen gegen die genormte Zeit“ und 2017 „Ordnung und Zufall“ ; 2006 im Diözesanmuseum Regensburg; seit 1997 Große Kunstausstellung im Haus der Kunst München, wo sie in der Ausstellungsleitung mitgewirkt hat; 2008 / 2010 Große Kunstausstellung NRW, Düsseldorf; 2000 Internationale Triennale für Originalgrafik Grenchen / Schweiz; 2007 Augustinerkirche, Wien; 2010 Forum Konkrete Kunst Erfurt; 2010 Budapest Galéria meghivja Önt / Ungarn; 2010 Muzeul Tarii Crisurilor, Oradea / Rumänien; 2011 Santa Maria degli Angeli, Rom sowie im Vordemberge Gildewarthaus, Osnabrück; 2013 Stadtgalerie im Stadtmuseum /Alte Feuerwache Amberg; 2017 Kunsthaus Nürnberg sowie Ermilov Centre, Charkiw; 2019 Forum Konkrete Kunst – Kunstsammlung Museen der Stadt Jena.

Neben zahlreichen privaten Bildankäufen befinden sich ihre Arbeiten in vielen öffentliche Sammlungen, u.a. der Bayerische Staatsgemäldesammlung, der Pinakothek der Moderne, München; der Graphische Sammlung der Bauten Berlin; der Sammlung des Europäisches Patentamtes Den Haag NL und München, Allianz SE München, Grafik Fontation Vera Röhm Lausanne, Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, Kunstsammlung der Museen der Stadt Regensburg, Kunstsammlung Museen der Stadt Jena.